Was ist die RSA 21?
Die RSA 21 ist das verbindliche Regelwerk für die Absicherung von Baustellen auf öffentlichen Straßen in Deutschland. Sie regelt, welche Schilder, Markierungen und Schutzeinrichtungen bei welcher Art von Baustelle erforderlich sind. Sie ist seit Januar 2022 in allen Bundesländern verbindlich und ersetzt die ZTV-SA (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Sicherungsarbeiten).
Die vier wichtigsten Änderungen gegenüber der ZTV-SA
1. Notgehweg-Lösungen sind jetzt klar definiert
Die RSA 21 macht Schluss mit dem Interpretations-Wirrwarr: Notgehwege müssen mindestens 1,00 m breit sein (statt der vorher uneinheitlich gehandhabten 0,80–1,20 m). Das ist für die B II/2-Pläne der wichtigste Punkt.
2. Schutzeinrichtungen statt Absperrungen
Bei Tempo 50+ sind klassische Leitbaken nicht mehr ausreichend — es müssen Schutzeinrichtungen (Beton- oder Stahlabsperrungen) eingesetzt werden. Praxisrelevant für Tiefbau-Subs, die an Hauptverkehrsstraßen arbeiten.
3. Klare Zuständigkeit für Verantwortung
Die RSA 21 schreibt explizit, dass eine namentlich benannte, MVAS-qualifizierte Person die Verantwortung für jeden VZP trägt. Vorher war das oft im Generalauftragnehmer-Modell verschwommen. Heute: ein Name, eine Unterschrift, eine Haftung.
4. Digitale Übermittlung ist anerkannt
Die RSA 21 erkennt erstmals elektronische Übermittlung (PDF/A, E-Mail mit qualifizierter Signatur) als gleichwertig zur Papierform an. Das macht den Workflow überhaupt erst digital abwickelbar — und damit Tools wie Sofortplan möglich.
Was es für euch konkret bedeutet
- Wenn euer Bauleiter MVAS-99 hat: ihr könnt eigene Anordnung machen, ohne externen Sicherer.
- Wenn ihr digitale Übermittlung nutzt: ihr spart Postwege, Verfügungen kommen schneller.
- Wenn ihr Notgehweg-Lösungen einsetzt: haltet die 1,00-m-Regel ein, sonst Rückweisung.
- Wenn ihr an Tempo-50+-Straßen arbeitet: Schutzeinrichtungen einplanen, nicht nur Leitbaken.
Ressourcen
Die offizielle RSA 21 könnt ihr beim FGSV-Verlag erwerben (knapp 90 €). Für die Praxis ist unser MVAS-Guide meist nützlicher — er übersetzt das Regelwerk in „so machst du's auf der Baustelle wirklich".